Wer bei TRUMPF in Grüsch eine Berufslehre beginnt, taucht mitten in die Welt eines internationalen Hightech-Unternehmens ein. TRUMPF entwickelt und produziert unter anderem Werkzeugmaschinen und Lasertechnik für die industrielle Fertigung. Rund 550 Mitarbeitende arbeiten hier, darunter 45 Lernende. Die Berufsbildung hat einen hohen Stellenwert. «Wir bilden unsere Fachkräfte gerne selbst aus», sagt Ausbildungsleiter Fabian Stieger. TRUMPF bietet zehn Lehrberufe an, darunter Automatiker/in, Automatikmonteur/in, Polymechaniker/in, ­Produktionsmechaniker/in, Konstrukteur/in, Logistiker/in sowie Kaufmann/-frau.

Alle drei bis sechs Monate wechseln die Lernenden die Abteilung. Dadurch lernen sie unterschiedliche Tätigkeiten, Teams und Arbeitsweisen kennen. Von Beginn an arbeiten sie aktiv mit und übernehmen Verantwortung. Begleitet werden sie von Berufs- und Praxisbildnern. Für Stieger zählen dabei nicht nur fachliche Fähigkeiten. Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und Kommunikation sind ebenso wichtig. Bei der Auswahl steht nicht allein das Schulzeugnis im Mittelpunkt. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Beruf. Entscheidend sind Motivation, Einsatzbereitschaft und Teamfähigkeit. Eine wichtige Rolle spielt deshalb die Schnupperlehre. Sie gibt beiden Seiten die Möglichkeit herauszufinden, ob Beruf, Betrieb und Jugendliche zusammenpassen.

Der Einstieg ins Berufsleben ist eine Umstellung. Der Arbeitstag beginnt früher, die Ferien werden weniger und viele neue Informationen kommen hinzu. Junge Menschen hinterfragen heute stärker. Sie möchten verstehen, weshalb etwas auf diese Weise gemacht wird, wollen mitreden und suchen den Dialog.

Langfristige Perspektiven

Auch die Digitalisierung verändert die Ausbildung. Automatisierung gehört bei TRUMPF seit Langem zum Alltag, zunehmend kommt Künstliche Intelligenz hinzu. Lernende begegnen KI in der Schule, in den überbetrieblichen Kursen und am Arbeitsplatz. Die internationale Ausrichtung eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. Lernende können Ein­sätze an anderen Standorten in Deutschland und Österreich absolvieren. Dort lernen sie neue Arbeitsweisen und Selbstständigkeit. Nach der Lehre sind sogar weltweite Einsätze möglich, beispielsweise als Servicetechniker oder Servicetechnikerin. Mit dem EFZ soll die Entwicklung nicht abgeschlossen sein. TRUMPF unterstützt Mitarbeitende bei Weiterbildungen und möchte ausgebildete Fachkräfte nach Möglichkeit behalten. Wenn Leistung und wirtschaftliche Situation stimmen, sollen Lernende nach dem Abschluss weiterbeschäftigt werden.

Die Suche nach Nachwuchs ist anspruchsvoll. Unternehmen müssen sich aktiver präsentieren und Jugendlichen zeigen, was ihre Berufe bieten. Genau deshalb ist die Fiutscher für TRUMPF wichtig. Jugendliche können Berufe kennenlernen und erste Kontakte knüpfen. «Junge Menschen sind interessiert, neugierig und bringen neue Ideen mit. Auch wir können von ihnen lernen.» Jugendlichen empfiehlt Stieger, verschiedene Berufe auszuprobieren und Schnupperlehren zu nutzen. Und wie beschreibt er eine Berufslehre bei TRUMPF in zwei Worten? «Next Level!»